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Modul 4

Modul 4 vermittelt, wie Lehrkräfte offen, empathisch und klar über Epilepsie sprechen können – mit Eltern, Kolleginnen und Kollegen sowie mit der Klasse. Denn Epilepsie betrifft nicht nur die Gesundheit, sondern auch das soziale Leben. Stigmatisierung, Ausgrenzung und Ängste belasten viele Betroffene. Lehrkräfte stehen hier an vorderster Front: Sie sind oft die ersten Ansprechpersonen für Eltern und prägen entscheidend, wie mit der Erkrankung im Schulalltag umgegangen wird. Ihre Rolle geht weit über die reine Wissensvermittlung hinaus – sie können Vorurteile abbauen, das Selbstwertgefühl betroffener Schüler:innen stärken und ein Klima des Verständnisses fördern.

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Die Basis hierfür ist eine offene, vertrauensvolle Haltung und eine klare, proaktive Kommunikation. Bereits das erste Gespräch mit den Eltern ist entscheidend: Es geht darum zuzuhören, die richtigen Fragen zu stellen und gemeinsam einen Notfallplan zu erarbeiten. Dabei sollte immer das Kind im Mittelpunkt stehen – seine Stärken, Interessen und Persönlichkeit. Diese partnerschaftliche Zusammenarbeit schafft Sicherheit und Vertrauen.

Auch im Klassenzimmer sollte Epilepsie kein Tabuthema sein. Lehrkräfte können das Thema altersgerecht und sachlich ansprechen – etwa mit einfachen, bildhaften Erklärungen: „Das Gehirn ist wie eine Schaltzentrale, bei der es manchmal einen kurzen Wackelkontakt gibt.“ Für ältere Schüler:innen kann die Erklärung etwas genauer ausfallen: „Epilepsie bedeutet, dass Nervenzellen im Gehirn manchmal zu viele Signale auf einmal senden.“ Wichtig ist, Ängste und Missverständnisse direkt anzusprechen – etwa, dass Epilepsie nicht ansteckend ist.

Lehrkräfte werden ermutigt, aktiv zuzuhören, offene Fragen zu stellen und mit Ich-Botschaften zu arbeiten. Statt zu belehren, sollen sie empathisch nachfragen und Gefühle validieren, zum Beispiel: „Ich kann gut verstehen, dass du dir Sorgen machst. Lass uns überlegen, was dir helfen könnte, dich sicherer zu fühlen.“ So entsteht eine vertrauensvolle Beziehung, in der das Kind sich ernst genommen fühlt.

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Darüber hinaus sollen auch Kolleg:innen informiert und eingebunden werden, damit alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Eine gemeinsame Haltung und klare Verantwortlichkeiten schaffen Sicherheit im Ernstfall. Bei der Aufklärung der Klasse empfiehlt das Modul, das Gespräch gemeinsam mit Eltern und Kind vorzubereiten. Das Kind sollte selbst mitbestimmen, welche Informationen geteilt werden. Eine ruhige, sichere Atmosphäre – etwa im Morgenkreis – ermöglicht Fragen und fördert Verständnis. Wichtig ist, Gemeinsamkeiten zu betonen und die individuellen Stärken des Kindes hervorzuheben.

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Das Modul endet mit einer klaren Botschaft: Eine Kultur der Achtsamkeit, Empathie und des Respekts ist die Grundlage für erfolgreiches Lernen und soziales Miteinander. Lehrkräfte, die aufmerksam zuhören, ehrlich sprechen und Kinder ernst nehmen, schaffen ein Umfeld, in dem jedes Kind – mit oder ohne Epilepsie – sich sicher und wertgeschätzt fühlt.

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